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Meine eigene Identität

22 Aug 2018 - von Antonia Schachl & Joana Bläsius

Nach dem Schulabschluss haben Joana aus Deutschland und Antonia aus Österreich begonnen, einen Freiwilligendienst im Anne Frank Haus in Amsterdam zu absolvieren, der von der deutschen Organisation Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) und dem österreichischen Verein Gedenkdienst unterstützt wird. Während dieses Jahres war es unter anderem ihr Ziel, mit jungen Menschen an Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Vorurteilen zu arbeiten.

Im Laufe des Jahres haben wir an vielen verschiedenen Bereichen von Stories that Move gearbeitet. Der Höhepunkt stellte dabei eindeutig der Workshop dar, bei dem sich uns die einmalige Gelegenheit bot, das Projekt zu präsentieren und Elemente der Toolbox Stories that Move mit weiteren 17 jungen Menschen auszuprobieren, die momentan ebenfalls einen Freiwilligendienst mit ASF in den Niederlanden machen. Das Thema des Workshops war „Meine eigene Identität“, was gut zu unserer Gruppe passte.

Was macht uns zu den Personen, die wir sind? Welche Rollen nehmen wir ein? Was macht meine eigene Identität aus? Diese Fragen haben wir uns am Anfang des Workshops gestellt. Jede*r Teilnehmer*in hat einen Papierstern bekommen mit der Aufgabe, auf jede Zacke des Sterns eine Rolle zu schreiben, die auf ihn/sie zutrifft. Beispiele hierfür waren unter anderem Optimist*in, Aktivist*in, Demokrat*in, Freund*in, Querdenker*in, Vegetarier*in und Tagträumer*in. Diese Aufgabe ist Teil vom Modul „Sehen und gesehen werden“ von Stories that Move.

Für die meisten Teilnehmer*innen war es eine kleine Herausforderung, sieben verschiedene Rollen oder Identitätsmerkmale zu finden. Letztendlich ergab sich dann doch eine Vielzahl an verschiedenen Begriffen, die den perfekten Startpunkt für unsere anschließende Diskussion bildeten. Teil der Diskussion war zum einen der Austausch der unterschiedlichen Begriffe, zum anderen die Fragen, ob wir uns bestimmte Rollen aussuchen, inwiefern sich unsere Rollen mit der Zeit verändern und ob manche Rollen sich überhaupt verändern können.

Danach haben wir uns die Geschichten von Wael, einem Flüchtling aus Syrien, der mittlerweile in Berlin lebt, angehört und Laurens, einem jungen niederländischen Transmann. Beide sprechen in kurzen Filmen über ihre Identität (https://www.storiesthatmove.org/de/videos/sehen-und-gesehen-werden/). Nach den zwei Kurzfilmen sollte jede*r Teilnehmer*in jeweils ein Wort aufschreiben, das ihre/seine eigenen Gefühle am besten beschreibt und anschließend versuchen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Geschichten zu finden.

Zu guter Letzt haben wir unsere Meinungen zu der Aussage: „Du solltest immer zeigen, wer du bist“ ausgetauscht. Die Teilnehmer*innen sollten sich auf einer Skala von „Stimme ich sehr zu“ bis „Stimme ich überhaupt nicht zu“ im Raum positionieren. Die Mehrheit war am „Stimme ich sehr zu“–Ende aufgestellt, wobei sich fast alle einig waren, dass es situationsabhängig ist, wie sehr man von seiner wahren Persönlichkeit zeigen kann oder möchte.

Die Diskussion war sehr lebendig und unter den Teilnehmer*innen fand ein angeregter Austausch statt, der plötzlich ganz ohne unsere Moderation funktionierte und uns zu interessierten Zuschauer*innen werden ließ… Ein Erfolgsgefühl am Ende unseres dreistündigen Workshops.

Darüber hinaus haben wir die Teilnehmer*innen darin motiviert, die Toolbox bei ihrer Arbeit mit jungen Menschen zu gebrauchen. Umso mehr hat es uns gefreut zu hören, dass Emma, Freiwillige im Antidiskriminierungsbüro RADAR in Rotterdam, die Toolbox mit einer Gruppe bereits ausprobiert hat. Ein weiterer kleiner Erfolg!

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