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Go, tell it on the mountains: Propaganda-Workshop in Davos

3 Sep 2019 - von Caroline Golob

Nach beinahe einem Jahr als Freiwillige im Anne Frank Haus war ich mehr als begeistert, als ich gefragt wurde, ob ich einen Workshop zum Thema „Die Macht der Propaganda“ für den Education First Global Leadership Summit 2019 in Davos (Schweiz) vorbereiten würde. Inhaltlich war der Workshop von dem Modul „Medien kritisch nutzen” der Online-Toolbox Stories that Move inspiriert, wir entschieden uns jedoch für eine adaptierte offline-Variante.

An der Konferenz am Wochenende des 12. bis 14 Julis nahmen Lehrer*innen sowie über 1800 Schüler*innen aus Nord-Amerika und Europa teil. Sie kamen zusammen um weltbekannte Redner*innen zu hören, die über die Macht der Kommunikation sprachen. Des Weiteren gab es von Expert*innen geführte Workshops, in denen Schüler*innen ihre Kreativität und Kooperation weiterentwickeln konnten. In kleinen internationalen Teams erarbeiteten sie hier Lösungsvorschläge für weltweite Kommunikationsherausforderungen.

The Anne Frank Youth team in Davos, July 2019

Wir, eine Gruppe des Anne Frank Youth Networks, wurden eingeladen, einen dieser Workshops als Expert*innen zu leiten! Wir unterschieden uns jedoch von den anderen, da unser Workshop der einzige war, der von Gleichaltrigen geleitet wurde, denn die mehr als 160 Schüler*innen, die an unseren Workshops teilnahmen, waren nur ein paar Jahre jünger als wir Trainer*innen.

Bei unserer Ankunft in den Bergen trugen wir Koffer mit uns, die von Materialien nur so überquollen. Von historischen und gegenwärtigen Beispielen von Propaganda bis hin zu Postern hatten wir alles bei uns, was wir brauchten, um einen richtigen Workshop zu leiten.

Obwohl mit Gruppen von Schüler*innen zu arbeiten eine meiner Hauptaufgaben im Anne Frank Haus war, unterschied sich die Erfahrung am GLS doch stark von dem, was ich kannte. Wir teilten alle Teilnehmer*innen in Gruppen von 10 bis 15 Personen auf, wodurch sich die Atmosphäre deutlich familiärer und mehr wie eine Diskussion als ein Workshop anfühlte. Die Schüler*innen waren alle sehr engagiert und wussten viel mehr über das Thema Propaganda als ich gedacht hätte.

Eine hitzige Diskussion brach aus, als ein Mädchen in einer meiner Gruppen auf die Frage, ob Propaganda immer schlecht sei, das Beispiel von Zigarettenpackungen und den darauf abgebildeten Bildern, die vom Rauchen abschrecken sollten, erwähnte. Es argumentierten Schüler*innen gegen Schüler*innen, niemand konnte sich auf eine klare Antwort einigen.

Und das war wahrscheinlich mein Lieblingsmoment des ganzen Wochenendes. Er zeigte mir, dass ich mein Ziel erreicht hatte, nämlich Schüler*innen dazu anzuregen, kritisch zu sein und Quellen zu hinterfragen, denen wir jeden Tag begegnen.

Propaganda ist keine neue Erfindung. Seit Jahrhunderten werden wir damit konfrontiert. Doch durch die jüngsten technologischen Entwicklungen denke ich, dass es heutzutage wichtiger denn je ist, junge Leute über die Gefahr von Propaganda zu informieren und ihnen zu zeigen, wie man sie erkennt, egal ob sie ihnen auf der Straße in Form eines Werbungsplakats über den Weg läuft oder als Aussagen in ihrem Facebook-Feed erscheint.

Caroline Golob war eine Freiwillige des österreichischen Verein Gedenkdienst im Anne Frank Haus in den Niederlanden (2018-2019).

 

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